
Die nasse und torferhaltende Bewirtschaftung von Moorböden fördert den Klimaschutz, indem sie Treibhausgasemissionen reduziert, Verdunstungskühlung und weitere Ökosystemdienstleistungen von Mooren fördert. Gleichzeitig stärken Paludikulturen die Biodiversität, verbessern die Wasserqualität und liefern somit klimaschonende Alternativen für Rohstoffe. Deswegen ist es essentiell Paludikultur im praxisrelevanten Maßstab zu etablieren, zu bewirtschaften und Verwertungs- und Vermarktungsketten für Biomasse zu erproben.
PaludiZentrale und PaludiNetz
Die PaludiZentrale koordiniert als übergeordnetes Vorhaben das PaludiNetz, welches sich über fünf Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuDs) sowie vier Pilotvorhaben („Piloten“) zum Moorbodenschutz und zur Verwertung der Biomasse von wiedervernässten Flächen erstreckt. Ihr Ziel ist es, im praxisrelevanten Maßstab Paludikulturen zu etablieren, zu bewirtschaften und Verwertungs- und Vermarktungsketten für die Biomasse zu erproben. Dabei wird eine Vielzahl von Paludikultur-Optionen umgesetzt, darunter der Anbau von Torfmoosen zur Herstellung von Kultursubstraten für den Gartenbau, die Nutzung von Nasswiesen und der Anbau von Rohrkolben und Schilf zur Erzeugung von Biomasse für verschiedene Produkte, von Bau- und Dämmstoffen bis hin zu Verpackungen und Papier. Die Umsetzung wird in allen Projekten durch wissenschaftliche Untersuchungen zu den ökologischen und ökonomischen Effekten der Paludikulturen begleitet.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unterstützt die Modell- und Demonstrationsvorhaben mit Mitteln aus dem Klima-Transformations-Fonds (KTF), Projektträger ist die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Die Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz werden gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Projektträger ist die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH.
PaludiNetz-Projekte
Pilotvorhaben
Modell und Demonstrationsvorhaben
Save the Date: Öffentliche Tagung 2026
Nasse Moornutzung in Niedersachsen – Potenziale der Paludikultur und Synergien von Nutzung und Naturschutz
Das LivingLab Teufelsmoor und die PaludiZentrale laden herzlich zur öffentlichen Tagung ein.
Im Fokus steht die Frage, wie sich Moorboden- und Klimaschutz mit Wertschöpfung verbinden lassen und welche Synergien – aber auch Zielkonflikte – zwischen Klima-, Natur- und Gewässerschutz bestehen.
Die Veranstaltung bringt Akteur*innen aus Behörden, Politik, Verbänden, Praxis und Forschung zusammen, um aktuelle Erkenntnisse, Herausforderungen und Perspektiven der nassen Moornutzung zu diskutieren. Fachliche Impulse sowie Einblicke in Praxiserfahrungen ergänzen den Austausch.
Die Veranstaltung findet am 05.10.2026 von 11:00 bis 18:00 Uhr im Hammeforum in Ritterhude statt. Die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Infos: hier
Beteiligte Institutionen
Johann-Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
Thünen-Institut für Agrarklimaschutz
Bärbel Tiemeyer
Universität Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum
Institut für Botanik und Landschaftsökologie AG Experimentelle Pflanzenökologie
Franziska Tanneberger
Universität Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum
Institut für Botanik und Landschaftsökologie, AG Allgemeine VWL und Landschaftsökonomie
Sabine Wichmann
Johann-Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
Johannes Wegmann
Succow Stiftung
Partner im Greifswald Moor Centrum
Sophie Hirschelmann
Termine
Paludi Stammtisch
- “Palu-Richtlinie” mit der Rentenbank
03.06.2026 13:00 - Opportunitätskosten mit Johannes Wegmann
09.07 um 13:00 - Stakeholderanalyse
16.09.2026 13:00



